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Schlafapnoe-Syndrom

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist eine chronische Schlafstörung. Dabei können Atemstillstände, Atemaussetzer und Atempausen im Schlaf zu einer Unterversorgung der Organe mit lebenswichtigem Sauerstoff führen. Durch diese Unterversorgung werden unterschwellige Weckreaktionen ausgelöst.

Was passiert bei einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom?

Normalerweise halten Muskeln, Knochen- und Knorpelstrukturen die Atemwege von der Nase bis zur Luftröhre mechanisch offen. Zwischen dem Zungengrund und dem Eingang des Kehlkopfes gibt es keine stützenden anatomischen Strukturen. Liegt ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom vor, saugen sich hier bei der Einatmung die Rachenwände zueinander hin und es kommt dadurch zu einer Verengung (Verlegung) der Atemwege und zu einem verminderten oder ganz unterbrochenen Luftfluss.

Welche Untersuchungen sind erforderlich?

Bei Verdacht auf eine Schlafapnoe wird zunächst zuhause eine sogenannte Polygraphie durchgeführt. Dazu bekommt die Patientin/der Patient ein kleines Überwachungsgerät („Schlafkoffer“) mit nach Hause, das sie/er beim Zubettgehen selbst anlegt. Das Gerät zeichnet die Atmung, den Sauerstoffgehalt im Blut und den Herzschlag im Schlaf auf.

Um herauszufinden, ob eine Atmungsstörung auch die Schlafqualität beeinträchtigt, ist es manchmal erforderlich, gleichzeitig zur Messung der Atmung und des Sauerstoffs auch die Schlaftiefe und Schlafqualität genauer zu überprüfen. Dazu macht man eine sehr ähnliche Untersuchung, die so genannte Polysomnographie, bei der zusätzlich noch die Hirnströme gemessen werden. Früher war diese Untersuchung nur in einem Schlaflabor möglich. Heute kann sie meist auch zuhause durchgeführt werden.

Bevor die Diagnose einer schlafbezogenen Atemstörung gestellt wird, sollte über eine Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung festgestellt werden, ob Hindernisse im Bereich der Atemwege, der Nase und dem oberen Rachen vorliegen. Häufiger sind auch stark vergrößerte Rachenmandeln Ursache für anhaltendes Schnarchen und ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom.

Man unterscheidet in

  • Atemstillstand im Schlaf (Apnoe)
  • Verringerung des Atemflusses (Hypopnoe)

Sowohl die Apnoe als auch die Hypopnoe verursachen eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Diese ist durch die verminderte Sauerstoffsättigung nachweisbar. Die als Hypoxie bezeichnete Sauerstoffunterversorgung löst eine Alarmreaktion im Körper aus, die wiederum die Weckreaktion einleitet. Treten in der Nacht wiederholt Apnoen oder Hypopnoen auf, ist die Erholung des Körpers während des Schlafes gestört. Zudem kann es durch eine ebenfalls ausgelöste Hormonstimulation (Adrenalin) zur Störung der Blutdruckregulation kommen, die langfristig zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann.

Fünf oder weniger Atemstillstände pro Stunde gelten als nicht krankhaft. Ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom liegt vor, wenn mehr als 5-10 mal pro Stunde Atemstillstände auftreten, klinische Beschwerden eines gestörten Nachtschlafes oder gegebenenfalls Begleiterkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck vorliegen. Die Schweregrade des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms sind wie folgt festgelegt:

  • Apnoe / Hypopnoe < 5 pro Stunde : Normalbefund, keine Behandlung notwendig
  • Apnoe / Hypopnoe 5-10 pro Stunde : Grenzwertbereich, Behandlung bei klinischen Beschwerden oder relevanten Begleitkrankheiten sinnvoll
  • Apnoe / Hypopnoe 10-20 pro Stunde : leichte Störung, Behandlung empfehlenswert
  • Apnoe / Hypopnoe 20-30 pro Stunde : mittelschwere Störung, Behandlung empfehlenswert
  • Apnoe / Hypopnoe > 30 pro Stunde : schwere Störung, Behandlung erforderlich

Leitsymptome des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms sind

  • lautes, unregelmäßiges Schnarchen
  • ausgeprägte Tagesschläfrigkeit
  • Atempausen (Atemaussetzer)

Weitere Symptome:

  • unruhiger Schlaf
  • Veränderungen der Persönlichkeit
  • Gereiztheit, fehlende Konzentration, kognitive Defizite (geistige Leistungsfähigkeit sinkt)
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • (Verlust der Libido bzw. Impotenz, Gewichtszunahme, Nachtschweiß und Alkoholintoleranz möglich)

Risikofaktoren des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms sind

  • Fettleibigkeit (Adipositas): je höher der Bodymass-Index (BMI), desto schwerwiegender ist das Schlafapnoe-Syndrom. Auch bei normalgewichtigen Menschen kann das Syndrom auftreten, in der Regel handelt es sich dann aber um ein leichtgradiges Apnoe-Syndrom. Daher gehört zu den Untersuchungen der Lunge grundsätzlich bei Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom auch eine Bestimmung des BMI.
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Bewegungsmangel
  • Herzerkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen

Bei der Therapie der Schlafapnoe stehen zunächst allgemeine Maßnahmen wie beispielsweise die Einhaltung einer ausreichenden Schlafhygiene und bei Übergewicht die Reduzierung des Körpergewichtes im Vordergrund. Die wirksamste Therapie ist die sog. CPAP-Therapie. Dabei wird während der Ein- und Ausatmung über eine Nasenmaske kontinuierlich Luft in den Rachen gepumpt, damit dieser von innen offen gehalten wird. Bei einer leichten Schlafapnoe sind manchmal auch Operationen oder der Einsatz einer speziell angefertigten Zahnschiene, die den Unterkiefer etwas nach vorne schiebt (Unterkieferprotusionsschiene), sinnvoll.


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